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Derwent Procolour Buntstifte Testbericht: Copic-Alternative für Sparfüchse?

By haunh··11 min read

Du sitzt vor einem neuen Adult Coloring Book, der Stifthalter ist voll, aber die Ergebnisse überzeugen nicht. Die Farben wirken flach, lassen sich nicht schichten, und die Mines brechen ständig. Kennst du das? Dann weißt du: Die Wahl der Buntstifte macht den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen Ergebnis und einem Bild, das du stolz in den Rahmen hängen willst.

Die Derwent Procolour stehen seit einiger Zeit im Raum, wenn es um eine bezahlbare Alternative zu Copic und Polychromos geht. Aber hält die Serie, was sie verspricht? Dieser Testbericht vergleicht die Procolour direkt mit den Platzhirschen und gibt dir eine ehrliche Einschätzung – ohne Werbeversprechen, nur mit dem, was beim tatsächlichen Kolorieren passiert.

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Was die Derwent Procolour von anderen Buntstiften unterscheidet

Derwent ist seit über 180 Jahren ein fester Name im britischen Kunstbedarf. Die Procolour-Serie wurde als Brücke zwischen den günstigeren Grafwood-Wachsbuntstiften und den hochwertigen Polychromos positioniert. Der Gedanke: Du bekommst professionelle Ergebnisse zu einem mittleren Preis.

Was sofort auffällt, wenn du eine Derwent Procolour in die Hand nimmst, ist das angenehme Gewicht. Die Stifte liegen gut in der Hand, die Mine ist sauber verarbeitet und muss nicht erst angeschliffen werden. Nach ein paar Strichen auf dem Testpapier merkte ich, wie die Farbe sich deutlich cremiger anfühlt als bei den Crayola-Buntstiften aus meinem letzten Test – ein Unterschied, den man sofort spürt.

Die Stifte gibt es in Sets von 12 bis 72 Farben. Für diesen Test habe ich mit einem 48er-Set gearbeitet, das ein gutes Spektrum an Hauttönen, Grün- und Blautönen abdeckt. Werft auch einen Blick auf unseren Test der finenolo 36 Colored Pencils für einen weiteren Vergleich in derselben Preisklasse.

Farbqualität im Praxistest: Deckkraft, Schichtbarkeit und Pigmentstärke

Los geht es mit dem, was die meisten Kolorierer wirklich interessiert: Wie gut decken die Farben? Können sie schichten? Und wie intensiv sind die Pigmente?

Ich habe auf drei verschiedenen Papieren getestet: einem typischen Adult Coloring Book mit 160 g/m², einem glatten Skizzenpapier und einem leicht strukturierten Aquarellpapier. Auf dem Coloring-Book-Papier performten die Procolour am besten. Die Farbe ließ sich mit mittlerem Druck gut auftragen und erreichte bereits nach zwei Schichten eine satte Deckkraft.

Beim Schichten zeigte sich die wachsdominierte Formulierung von ihrer guten Seite. Ich konnte Farben ineinander verblenden, ohne dass die vorherige Schicht komplett verwischt wurde. Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber reinen Wachsbuntstiften, die manchmal fast gar nicht mehr aufnehmen, was darüber liegt.

Die Pigmentstärke variiert erwartungsgemäß zwischen den Farben. Kräftige Töne wie Kobaltblau, Kadmiumgelb und Magenta erreichten eine Intensität, die mich überraschte – für diese Preisklasse definitiv überdurchschnittlich. Bei den Erdtönen und Grautönen hätte ich mir etwas mehr Brillanz gewünscht, aber das ist bei vielen Buntstift-Serien der Fall.

Wachs oder Öl? Die Procolour-Formulierung unter der Lupe

Die Frage wachsbasiert versus ölbasiert beschäftigt viele, die sich mit Buntstiften beschäftigen. Hier die kurze Erklärung für alle, die nicht gerade Kunst studiert haben: Wachsbuntstifte schmelzen leichter unter Druck und erzeugen eine weiche, kreidige Textur. Ölbuntstifte fließen glatter, verteilen sich gleichmäßiger und lassen sich weniger schichten, bieten aber ein satteres Finish.

Die Derwent Procolour liegen somewhere dazwischen – ein Wachs-Öl-Hybrid, wenn man so will. Die Mine ist weich genug, um cremig aufzutragen, aber nicht so weich, dass sie bei jedem Druck nachgibt. Im direkten Vergleich mit den Copic Sketch fühlen sich die Procolour etwas wachsiger an, was beim Schichten sogar angenehmer sein kann.

Ich gebe zu, dass ich anfangs skeptisch war. Meine Erwartung war, dass ein Hybrid-Produkt Kompromisse an beiden Enden eingeht. Aber nach einer Woche täglichen Kolorierens – meist abends nach der Arbeit, um den Kopf freizubekommen – muss ich zugeben: Die Procolour fühlen sich homogener an, als ich vermutet hatte.

Ein praktischer Vorteil: Die wachsdominierte Mine erzeugt auf strukturiertem Papier eine leichte Bindung, die das Verblenden erleichtert. Wer mit Markern arbeitet, wird另一个 Plus Punkt schätzen: Wachsbuntstifte lassen sich besser mit Alkoholmarkern kombinieren als ölbasierte Stifte, weil sie nicht so stark auf dem Papier versiegeln.

Bruchfestigkeit der Mine: Stresstest auf Coloring-Book-Papier

Jeder, der schon einmal einen teuren Buntstift durch falsches Spitzzen ruiniert hat, weiß: Bruchfestigkeit ist ein echtes Thema. Ich habe die Derwent Procolour drei verschiedenen Belastungstests unterzogen.

Erstens: normales Kolorieren mit mittlerem Druck auf 160 g/m²-Papier. Kein Problem, die Mines hielten stundenlang durch, ohne auch nur anzudeuten zu brechen.

Zweitens: starker Druck auf kleine Details, wie man ihn bei winzigen Schattierungen in Gesichtern braucht. Hier merkte ich, dass die weichere Mine doch empfindlicher ist als bei den Polychromos. Nach etwa dreißig Minuten intensiver Detailarbeit an einer Locke brach die Mine einmal ab.

Drittens: Spitzzen mit einem handelsüblichen Anspitzer. Die Mine ließ sich sauber spitzzen, brach aber beim ersten starken Druck auf Detailarbeit ab. Mit einem elektrischen Rasierer und vorsichtiger Technik konnte ich die Spitze wiederherstellen – ein Hinweis, dass die Mine weniger tolerant gegenüber ruckartigen Bewegungen ist.

Mein Fazit: Für den normalen Gebrauch ist die Bruchfestigkeit völlig in Ordnung. Wer aber extrem feine Details mit viel Druck koloriert, sollte etwas vorsichtiger arbeiten oder auf die Polychromos zurückgreifen.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Copic und Polychromos im Vergleich

Kommen wir zum unangenehmen Thema: Was kosten die Dinger eigentlich, und wie rechtfertigt sich der Preis?

Ein einzelner Derwent Procolour kostet auf Amazon etwa 1,50 bis 2,00 € pro Stück. Ein Set mit 72 Farben liegt bei etwa 110–130 € – deutlich unter den Copic Sketch (ca. 4,50 € pro Stück, also über 300 € für 72 Farben) und unter den Faber-Castell Polychromos (ca. 3,00 € pro Stück, also über 200 € für 72 Farben).

Hier eine einfache Übersicht:

Serie Preis pro Stück (ca.) 72er-Set (ca.) Charakter
Derwent Procolour 1,50–2,00 € 110–130 € Wachs-Öl-Hybrid, cremig
Faber-Castell Polychromos 2,80–3,20 € 200–230 € Ölbasiert, seidig, professionell
Copic Sketch 4,00–5,00 € 300–360 € Ölbasiert, flüssig, intensiv
Caran d'Ache Pablo 2,50–3,00 € 180–220 € Wachsbasiert, weich, schichtbar

Die Derwent Procolour bieten für etwa 40–50 % des Copic-Preises etwa 75–80 % der Farbqualität. Das ist ein faires Tauschgeschlecht. Wer sich noch nicht sicher ist, ob Buntstifte überhaupt das richtige Medium sind, oder wer einfach nicht hunderte Euro investieren will, findet in den Procolour eine solide Grundlage.

Ein Hinweis für Sparfüchse: Die Einzelstücke sind die teuerste Variante. Kauft Sets, wenn möglich – der Stückpreis sinkt erheblich. Schaut auch in der Kategorie Colored Pencils nach aktuellen Angeboten und Bundle-Deals.

Fazit: Für wen sich der Kauf lohnt

Nach einem Monat regelmäßigen Gebrauchs kann ich eine differenzierte Empfehlung aussprechen. Die Derwent Procolour sind keine Profi-Werkzeuge für Illustratoren, die täglich arbeiten – dafür fehlt ihnen die letzte Feinheit und Konsistenz der Polychromos. Aber für die große Mehrheit der Adult-Coloring-Book-Fans sind sie mehr als ausreichend.

Sie eignen sich besonders für: Einsteiger, die von超市-Buntstiften auf etwas Anständiges umsteigen wollen, ohne direkt 300 € zu investieren. Fortgeschrittene, die eine bezahlbare Alternative zu Copic suchen. Alle, die gerne schichten und verblenden – die wachsdominierte Formulierung verzeiht mehr als reine Ölstifte.

Überspring diese Serie, wenn: Du absolute Profi-Ergebnisse brauchst und das Budget keine Rolle spielt. Du hauptsächlich mit extrem feinen Details arbeitest, wo die Mine zu weich sein kann. Du auf glattem Papier arbeitest und那里的 wachsige Textur stört.

Meine ehrliche Einschätzung nach diesem Testbericht: Die Derwent Procolour sind ihr Geld wert. Sie schaffen den Spagat zwischen Qualität und Preis besser als die meisten Konkurrenten in dieser Preisklasse. Mehr zur Derwent Marke und weiteren Produkten findet ihr hier auf HQ Color.

FAQ

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