Derwent Lights Buntstifte wasserlöslich im Test – lohnt sich die Serie für Einsteiger?
Es ist dieser typische Samstagmorgen: Kaffee, leises Radio, das Licht fällt durch die Jalousie auf den Küchentisch. Du hast dir vorgenommen, endlich diesen Blumenstrauß auf dem Tisch auszumalen – nicht hastig, sondern richtig. Mit weichen Farbverläufen, wie du sie in Instagram-Videos gesehen hast. Also greifst du zu deinem neuen Stift, ziehst die erste Linie, und dann passiert… nicht viel. Der Strich ist blass, fast unsichtbar auf dem hellen Papier. Kennst du das?
Genau deshalb habe ich mir die Derwent Lights wasserlöslichen Buntstifte vorgenommen – nicht als langfristigen Test über Monate, sondern als echten Einstiegs-CHECK: Wie schlagen sie sich bei meinen ersten Strichen, wie verhält sich die Aquarellschicht, und lohnt sich der Aufpreis gegenüber günstigeren Alternativen wie Soucolor 72 Farben Buntstifte oder KALOUR 72 Buntstifte?
{{HERO_IMAGE}}Was macht Derwent Lights besonders?
Derwent ist seit über 180 Jahren ein fester Name im britischen Cumberland – dort, wo die Bleistiftfabrikation traditionell verwurzelt ist. Die Derwent Lights-Serie positioniert sich bewusst unterhalb der Procolour- und Artist-Linien, richtet sich aber nicht an Kinder, sondern an Erwachsene, die Qualität suchen, ohne direkt 80 Euro für einen Satz auszugeben.
Was sofort auffällt, wenn du die Stifte das erste Mal in die Hand nimmst: Die Hölzer sind sauber verarbeitet, die Mine sitzt zentriert, und die Drehung fühlt sich geschmeidig an. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht – gerade bei günstigeren Sets liest man oft von ungleichmäßigen Minen oder harten Stellen im Holz. Bei meinen Testexemplaren (24-Farben-Set) war das nicht der Fall. Jeder Stift ließ sich gleichmäßig anspitzen.
Die Farbpalette bei Lights ist bewusst kuratiert, nicht überwältigend. Das 24er Set enthält eine durchdachte Auswahl von Hauttönen über Primärfarben bis hin zu einigen Erdtönen und einem ordentlichen Grünbereich. Bei 36 Farben kommen mehr Nuancen hinzu – besonders bei den Grautönen und einem zweiten Blauton. Für den Einstieg reicht das 24er Set, für mehr Flexibilität lohnt sich die größere Box.
Farbintensität im trockenen Zustand – erste Schicht, erster Eindruck
Ich gestehe: Ich hatte anfangs niedrigere Erwartungen. Viele wasserlösliche Buntstifte neigen dazu, im trockenen Zustand fast farblos aufzutragen – man sieht erst beim Aquarellieren, was wirklich los ist. Bei Derwent Lights war ich positiv überrascht. Die Farben legen sich im trockenen Zustand mit einer angenehmen, mittleren Intensität aufs Papier. Kein Vergleich zu Wachsmalkreiden, aber auch kein so zurückhaltendes Ergebnis wie bei einigen günstigen Konkurrenten.
Ich habe auf meinem Testbogen (Aquarellpapier, 200 g/m², leicht strukturiert) drei Farben nebeneinander aufgetragen: ein sattes Kobaltblau, ein warmes Ocker und ein mittleres Grün. Dann habe ich ohne Wasser in mehreren Schichten aufgebaut. Das Ergebnis: Bereits die erste Schicht zeigt Farbe, die zweite verstärkt spürbar, die dritte nähert sich der Sättigungsgrenze. Das ist wichtig für Einsteiger, weil du ein Gefühl dafür bekommst, wie viel du auftragen musst, bevor du Wasser hinzufügst.
Was mir auffiel: Die Pigmentierung ist nicht perfekt gleichmäßig über alle Farben hinweg. Einige Grüntöne wirken etwas erdiger als erwartet, während das Kobaltblau überraschend lebendig ist. Das ist bei keiner Buntstiftserie anders und stellt keinen echten Mangel dar – es gehört zur Charakteristik der Serie.
{{IMAGE_2}}Der Aquarelleffekt im Test – was passiert, wenn Wasser ins Spiel kommt
Jetzt wird es spannend. Der eigentliche Reiz wasserlöslicher Buntstifte liegt im Aquarellieren – und hier zeigt sich, ob die Investition sich lohnt. Ich habe verschiedene Techniken ausprobiert: nasser Pinsel direkt auf der Farbschicht, angefeuchtetes Papier vor dem Farbauftrag und die sogenannte Nass-in-Nass-Methode.
Beim nassen Pinsel auf trockener Farbschicht: Die Pigmente lösen sich bereitwillig, verlaufen gleichmäßig und erzeugen einen weichen, wolkigen Effekt. Das warme Ocker vermischte sich besonders schön – keine harten Ränder, keine Streifenbildung. Ein sanftes Aquarell-Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Ich habe anschließend mit einem zweiten Wasserdurchgang gearbeitet und war überrascht, wie kontrolliert sich die Farbe weiter ausbreitete, ohne das gesamte Blatt zu fluten.
Beim nassen Pinsel direkt auf dem Papier (Nass-in-Nass): Hier kam der Stift weniger gut mit. Die Farbe verteilte sich zwar, wirkte aber stellenweise etwas fleckig. Das ist keine Schwäche von Derwent Lights allein – diese Technik erfordert Übung und das richtige Feuchtigkeitsverhältnis. Mit etwas mehr Geduld und weniger Wasser auf dem Pinsel ließ sich das Ergebnis deutlich verbessern.
Insgesamt bieten Derwent Lights wasserlösliche Buntstifte einen gutmütigen, verzeihenden Charakter. Die Übergänge bleiben weich, auch wenn du nicht perfekt arbeitest. Für Einsteiger ist das Gold wert – frustrierende Ergebnisse due to zu viel Wasser bleiben oft aus.
Preis-Leistung: Was bekommst du für dein Geld?
Hier wird es ehrlich. Das 24-Farben-Set Derwent Lights kostet auf Amazon regulär etwa 35–40 Euro, das 36-Farben-Set rund 50–55 Euro. Das ist kein Kleingeld, besonders wenn du gerade erst mit dem Adult Coloring beginnst und noch nicht weißt, ob das Hobby bleibt.
Im Gegenzug bekommst du: Gleichbleibende Qualität, saubere Verarbeitung, eine durchdachte Farbpalette und den Markennamen Derwent mit seiner langen Tradition. Die Stifte lassen sich leicht anspitzen, brechen nicht so schnell wie manche Budget-Konkurrenz, und das Aquarellverhalten ist berechenbar.
Vergleichsweise: Soucolor 72 Farben Buntstifte bekommst du für etwa 20–25 Euro – also fast doppelt so viele Farben für weniger Geld. Allerdings berichten Einsteiger oft von größeren Qualitätsschwankungen: Manche Farben sind fantastisch, andere enttäuschend. Der Test bei HQ Color zeigt, dass die Pigmentierung bei Soucolor trocken oft intensiver ausfällt als bei Derwent Lights, beim Aquarellieren aber weniger gleichmäßig arbeitet.
Die Entscheidung hängt also davon ab, was dir wichtiger ist: maximale Farben zum最小stmöglichen Preis (dann schau dir KALOUR 72 Buntstifte an) oder berechenbare Qualität mit dem beruhigenden Gefühl, eine etablierte Marke in der Hand zu halten.
Vergleich mit anderen Einsteiger-Serien: Crayola, Soucolor, KALOUR
Um dir die Wahl zu erleichtern, habe ich die wichtigsten Unterschiede in einer direkten Gegenüberstellung zusammengefasst. Jede Serie hat ihre Daseinsberechtigung – es kommt auf deine Prioritäten an.
| Kriterium | Derwent Lights | Soucolor 72 | KALOUR 72 | Crayola Twistables |
|---|---|---|---|---|
| Farben | 24 oder 36 | 72 | 72 | 50 |
| Trockene Farbintensität | ★★★½ | ★★★★ | ★★★½ | ★★★ |
| Aquarelleffekt | ★★★★ | ★★★½ | ★★★ | ★★½ |
| Qualitätskontrolle | ★★★★★ | ★★★ | ★★★ | ★★★★ |
| Preis (ca.) | 35–55 € | 20–25 € | 15–20 € | 18–22 € |
| Für wen? | Qualitätsbewusste Einsteiger | Maximale Farbpalette | Preisbewusste Einsteiger | Gelegenheitsmaler, Geschenke |
Mein ehrliches Fazit aus dem Vergleich: Wenn du mit Adult Coloring Books startest und nicht sicher bist, ob das Hobby dich langfristig begeistert, sind Soucolor oder KALOUR vernünftige Einstiegsoptionen. Wenn du weißt, dass du dranbleiben wirst, und dir die berechenbare Qualität wichtig ist, sind Derwent Lights das bessere Langzeit-Investment. Crayola Twistables sind eher für lockeres, unkompliziertes Malen geeignet – der Aquarelleffekt bleibt hinter wasserlöslichen Serien zurück, wie der Crayola Twistables Test zeigt.
Für wen sind Derwent Lights die richtige Wahl?
Ich will hier keine falschen Erwartungen wecken. Derwent Lights ist keine Universallösung für jeden. Wenn du ein absolutes Budget hast und mit 15 Euro auskommen musst, dann greif zu günstigeren Alternativen – es gibt sie, und sie funktionieren für den Anfang. Auch wenn du hauptsächlich trocken malst und den Aquarelleffekt kaum nutzen willst, lohnt sich der Aufpreis nicht.
Aber: Wenn du ein Set suchst, das dich über die ersten Monate begleitet, dir keine Sorgen um bröselnde Minen oder ungleichmäßige Farben machst, und das Gefühl haben willst, in eine Buntstiftserie mit Geschichte zu investieren – dannja, Derwent Lights macht Sinn. Ich habe die Stifte nach zwei Wochen immer noch auf meinem Tisch stehen, nicht weggeräumt im Schrank. Das sagt schon etwas.
Besonders empfehlenswert für: Erwachsene Einsteiger ab 25+, die Adult Coloring Books mit etwas mehr Anspruch angehen wollen. Auch für alle, die von trockenen Buntstiften auf wasserlösliche umsteigen und ein berechenbares Werkzeug suchen.
Häufige Fragen zu Derwent Lights wasserlöslichen Buntstiften
{{FAQ_BLOCK}}Final thoughts
Derwent Lights ist kein Geheimtipp, sondern eine bewährte Größe im Einsteiger-Segment wasserlöslicher Buntstifte. Die Serie überzeugt durch saubere Verarbeitung, berechenbaren Aquarelleffekt und eine durchdachte Farbpalette – ohne den Preis einer Profi-Serie zu verlangen. Obendrauf hast du mit Derwent einen Hersteller, der seit Generationen für gleichbleibende Qualität steht. Für alle, die ihre ersten Schritte ins Aquarellieren ernst nehmen und bereit sind, etwas mehr zu investieren, eine klare Empfehlung.
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